Ein bleibendes Vorbild

 

„Wählte Ungnade, wo Gehorsam nicht Ehre brachte“,

dieser Satz des preußischen Generals Johann Friedrich Adolf von der Marwitz könnte auch das Motto des 1941 von den Nationalsozialisten  ermordeten Juristen Martin Gauger gewesen sein, an den der Deutsche Richterbund Nordrhein-Westfalen mit der Verleihung des Martin-Gauger-Preises für Menschenrechte erinnert hat.

 

Gauger ist der einzige namentlich bekannte Staatsanwalt, der den Treueid auf Adolf Hitler und dessen verbrecherisches Regime verweigert hat.

 

Der 1905 als Sohn eines Pfarrers geborene Gauger studierte Jura und begann 1933 bei der Staatsanwaltschaft in Wuppertal  seine juristische Laufbahn.

 

Den Treueid verweigerte er 1934  mit den Worten, das es ihm unerträglich gewesen wäre,     

 

 „wenn ich jenen uneingeschränkten Eid der Treue und des Gehorsams gegenüber jemandem geleistet hätte, der seinerseits an kein Recht und kein Gesetz gebunden ist“.

 

Dieser tapfere Mann verließ daraufhin den Staatsdienst und arbeitete zunächst als Rechtsberater der Bekennenden Kirche in Berlin.

 

Nach Kriegsausbruch sollte Gauger gemustert werden. Dieser Aufforderung versuchte er sich durch Flucht in die Niederlande zu entziehen, um von dort aus nach England zu gelangen. Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit ihm. Einen Tag nach seiner Flucht besetzte die Wehrmacht die Holland; Martin Gauger wurde verhaftet, im Juni 1941 in das KZ Buchenwald überstellt und im Juli 1941 in der Vergasungsanstalt Sonnenstein (Sachsen) ermordet. Zur Verschleierung des Mordes wurde– wie später auch in der kommunistischen „DDR“ in entsprechenden Fällen üblich  – „ Tod durch Herzschlag“ attestiert.

 

Nordrhein - westfälische Schülerinnen und Schüler haben sich im Rahmen des ausgelobten Preises mit dem Thema Gauger und Menschenrechte beschäftigt

 

In Anwesenheit der NRW-Justizministerin Roswitha Müller – Piepenkötter und der  91 – jährigen Schwester des Ermordeten wurden die Preise im alten Schwurgerichtssaal des Landgerichtes Wuppertal, der ehemaligen Wirkungsstätte Gaugers, auf Anregung der Bezirksgruppe Duisburg des DRB verliehen.

 

Jochen Hartmann